Die beliebtesten Vorsorge-Formen der Deutschen

Wie legen die Deutschen 2017 ihr Geld an? Dieser Frage widmet sich eine jährlich durchgeführte Umfrage des Marktforschers Kantar TNS im Auftrag der privaten Bausparkassen. Und tatsächlich scheint der Niedrigzins das Sparverhalten der Bürger kaum zu beeinflussen. Noch immer sind „traditionelle“ Geldanlagen, die auf Zinsen beruhen, am populärsten.

Dass die Bürger auch im Niedrigzins an traditionellen Sparformen festhalten, zeigt sich laut Umfrage beim beliebtesten Vorsorgemodell der Deutschen. Und das ist nach wie vor: das Sparbuch. Dieses erfreut sich bereits seit dem späten 18. Jahrhundert bei der Bevölkerung große Beliebtheit. Noch immer schenken Großeltern ihren Enkeln gern ein entsprechendes Dokument zum Geburtstag, zur Jugendweihe oder Konfirmation: Jedes Jahr werden Millionen neue Sparbücher abgeschlossen.

Doch die Popularität lässt nach. Sagten vor einem Jahr noch rund 48 Prozent der Bürger, dass sie ein Sparbuch besitzen, waren es in der jüngsten Umfrage nur noch 42 Prozent – ein Verlust von sechs Prozentpunkten. Auf Rang zwei der beliebtesten Geldanlagen kann sich das „Sparen auf dem Girokonto“ mit 41 Prozent aller Nennungen platzieren. Die drittbeliebteste Altersvorsorge der Deutschen ist der Bausparvertrag mit 34 Prozent aller Nennungen.

Nur 15 Prozent investieren in Aktien

Auf Platz vier der beliebtesten Vorsorgeformen landen mit 32 Prozent aller Nennungen die Renten- und Kapital-Lebensversicherungen. Auf Rang fünf platzieren sich mit 26 Prozent Immobilien, die in der Gunst der Sparer aber auch leicht verloren haben (-4 Prozentpunkte). Kurzfristige Anlagen wie Tagesgeldkonten, Festgeldkonten und Termingelder büßten ebenfalls leicht an Popularität ein: sie verschlechterten sich von 28 auf 23 Prozent.

Die Riester-Rente kommt auf jeweils 20 Prozent und platziert sich damit auf Platz sieben der beliebtesten Vorsorgeformen. Nach wie vor gering ist die Bereitschaft der Deutschen, sich am Aktienmarkt zu arrangieren. Nur jeder Fünfte (20 Prozent) sagte demnach, dass er in Investmentfonds investiert habe. Die Zahl der Befragten mit Aktien fiel mit 15 Prozent sogar noch geringer aus.

Auch im Niedrigzins nicht auf Altersvorsorge verzichten!

Die Zahlen zeigen erneut, was viele Experten bestätigen: Beim Thema Altersvorsorge setzen die deutschen Sparer vor allem auf Sicherheit. Und die ist trügerisch. Denn in Zeiten des Nullzinses frisst die Geldentwertung die Sparanlagen auf. Im März 2017 lag die Inflationsrate in Deutschland laut Statistischem Bundesamt (Destatis) bei 1,6 Prozent, im Februar gar bei 2,2 Prozent. Wer etwas für seine Altersvorsorge tun will, sollte dafür sorgen, dass die Geldentwertung durch Inflation ausgeglichen werden kann.

Verzichten sollte man auf eine ausreichende Privatvorsorge auch in Zeiten niedriger Zinsen nicht. Denn selbst ein Gutachten der Bundesregierung kam 2016 zu dem Schluss, dass vielen Menschen die gesetzliche Rente allein einen auskömmlichen Lebensabend nicht wird sichern können. Wer an den Renditechancen des Kapitalmarktes partizipieren will, kann sein Risiko verringern, indem er verschiedene Altersvorsorge-Formen mischt. Und auch die Lebensversicherer entwickeln neue Policen, welche die Renditechancen der Kapitalmärkte mit den Garantien klassischer Lebensversicherungen kombinieren. Als Unternehmen können Sie Ihre Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge unterstützen. Ein Beratungsgespräch klärt über die verschiedenen neuen und alten Vorsorgeformen auf!

D&O-Versicherung: Wenn Manager haften

Die D&O-Versicherung ist eine Sparte, die sich in Deutschland erst seit Beginn der 90er Jahre durchsetzte. Und doch in immer mehr Unternehmen nicht mehr wegzudenken ist. Denn diese speziellen Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen dienen als eine Art Schutzschirm für Führungskräfte, denen hohe Haftungsrisiken drohen.

Manager haften mit ihrem Privatvermögen

Immer mehr deutsche Unternehmen schließen D&O-Versicherungen ab, um ihr eigenes Management vor Schadensersatzansprüchen zu schützen. Keine Kleinigkeit: Wird einem Manager Fehlverhalten vorgeworfen, haftet er im Zweifel mit seinem gesamten Privatvermögen. In Deutschland kann das schon der Fall sein, wenn sich ein Manager grob fahrlässig verhielt, etwa noch Rechnungen überwies, obwohl die Firma schon insolvenzreif war.

„D&O-Versicherung“ steht hierbei als Kurzform für „Directors-and-Officers-Versicherung“. Oder kürzer und prägnanter: „Manager-Haftpflicht“. In der Regel lassen sich alle Organe eines Unternehmens mit einer solchen Police absichern, also Vorstand, Geschäftsführung, der Aufsichtsrat oder andere leitende Angestellte mit Entscheidungs-Funktionen. Der Umfang des Schutzes ist vom jeweiligen Vertrag abhängig.

Typische Beispiele für Schadensfälle: Die D&O-Versicherung springt ein, wenn Manager der persönlichen Vorteilsnahme verdächtigt werden, eine Übernahme gescheitert ist oder ein Unternehmen aufgrund von Fehlentscheidungen des Managements in die Insolvenz schlitterte.

Was ist versichert

Vermögensschäden aufgrund von Managementfehlern. Versicherungsnehmer der D&O Versicherungen ist die Firma, versichert werden können Mitglieder der Geschäftsführung, des Aufsichts- oder Beirates.

Voraussetzung für eine Ersatzpflicht ist, dass das Geschäftsführungsmitglied wegen einer Pflichtverletzung in Ausübung seiner Tätigkeit für diese Firma auf Grundlage von § 823 BGB haftpflichtig gemacht werden kann.

Dabei kann die Haftung sowohl von der Firma selber gegen ihren Mitarbeiter, als auch durch Dritte geltend gemacht werden. Insofern sind D&O Versicherungen eine besondere Versicherungsart, da nach der üblichen Systematik von Haftpflichtversicherungen Eigenschäden nicht versicherbar sind.

Wichtig: Es handelt sich hierbei um eine besondere Form der Vermögensschadenhaftpflicht. Nicht zu verwechseln mit einer entsprechenden Versicherung für beispielsweise Webdesigner oder IT-Unternehmen. Die unterschiedlichen Versicherungsformen führen oft zu Verwirrung. Es wird daher dringend empfohlen, sich an einen qualifizierten, spezialisierten Versicherungsmakler zu wenden.

Mehr Schadensfälle

Wie ein großer deutscher Versicherer anhand der Auswertung des eigenen Bestandes berichtet, ist in den letzten Jahren tatsächlich die Bereitschaft gestiegen, Manager für Fehlverhalten vor Gericht zu stellen. Innerhalb der letzten 20 Jahre hätten sich die Schadensfälle mehr als verdreifacht. Das liegt auch an der zunehmenden Klagefreudigkeit der Unternehmen.

Rund 80 Prozent der deutschen Haftungs-Fälle würden demnach den sogenannten Innenregress zum Streitpunkt haben, also wenn eine Firma das eigene Management verklagt. Aber auch neue Risiken wie Cyber-Kriminalität oder strengere Datenschutz-Anforderungen führen zu einer höheren Klagebereitschaft.

Wie hoch die gewählte Versicherungssumme bei einer D&O-Versicherung sein soll, richtet sich nach den individuellen Risiken und der Größe des Unternehmens. Auf dem Markt erhältlich sind auch Tarife für kleine und mittelständische Firmen.