Cyberversicherung – 86 Prozent der deutschen Unternehmen ohne Schutz

Sagenhafte 42 Milliarden Euro haben Cyber-Attacken laut Hochrechnungen in den vergangenen zwei Jahren der deutschen Industrie beschert. Dennoch sind noch immer 86 Prozent der Betriebe nicht gegen das Risiko abgesichert, so zeigt eine aktuelle Umfrage. Im schlimmsten Fall kann das existenzbedrohend sein.

In Deutschland besitzt nur etwa jedes siebte Unternehmen (14 Prozent) eine sogenannte Cyberversicherung. Das ist Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, für die der Branchenverband Bitkom 503 Geschäftsführer und Sicherheitsbeauftragte deutscher Firmen befragt hat. Immerhin ist der Anteil gegenüber der letzten Umfrage vor zwei Jahren leicht gestiegen: Damals hatten nur elf Prozent eine Cyber-Police.

Mit einer Cyberversicherung kann man sich gegen das Risiko von Hacker-Attacken oder eines Ausfalls der IT-Technik versichern. Ein durchaus wichtiger Bereich, funktioniert die Arbeit doch in vielen Firmen mittlerweile zum Teil digital. Als Beispiel für drohende Schadensfälle seien Schäden durch Erpresser-Schadsoftware, Sabotage oder Datendiebstahl genannt. Abhängig vom Vertrag zahlen die Versicherer jedoch auch bei einer Betriebsunterbrechung, übernehmen die Krisenkommunikation bei einem Imageschaden oder ersetzen Einnahme-Ausfälle infolge von Bedienfehlern.

Jeder Betrieb ist bedroht

Im Zweifel kann das Fehlen eines solchen Schutzes existenzbedrohend sein. Denn de facto muss jeder Betrieb eine Cyberattacke befürchten, unabhängig von der Größe. Laut einer weiteren Bitkom-Umfrage waren bereits sieben von zehn Firmen in den letzten zwei Jahren von einer solchen Attacke betroffen. Der Schaden wird auf 42 Milliarden Euro geschätzt. Doch gerade bei kleinen Unternehmen (mit zehn bis 99 Mitarbeitern) ist der Grad der Absicherung noch niedriger: nur jeder zehnte Betrieb dieser Größe ist abgesichert.

Der niedrige Grad der Absicherung liegt jedenfalls nicht daran, dass den befragten Entscheidern das Problem nicht bewusst ist. Und so ist zu erwarten, dass künftig deutlich mehr Firmen mit einer Cyber-Versicherung vorsorgen werden. So planen weitere 13 Prozent der Firmen konkret, demnächst eine Cyberversicherung abzuschließen. Ein weiteres Drittel (30 Prozent) diskutiert ein solches Vorhaben.

Prävention ist wichtig!

Freilich befreit eine solche Versicherung nicht davon, selbst Vorkehrungen zu treffen, damit ein Cyberangriff erst gar keinen Erfolg hat. „Eine Cyberversicherung kann eine sinnvolle Ergänzung im Risikomanagement sein, ersetzt aber keine robuste IT-Sicherheit“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung. „Nur wer bei der IT-Sicherheit gut aufgestellt ist, kommt auch als Versicherungsnehmer in Frage.“ Mit anderen Worten: Wer sich präventive Maßnahmen zur Cybersicherheit spart, wird auch keinen Versicherungsvertrag finden.

Dennoch gut zu wissen: Auch kleine und mittlere Unternehmen finden eine passende und preiswerte Absicherung. Hier lohnt ein Blick ins Kleingedruckte. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat zwar im Frühjahr Musterbedingungen vorgestellt, die sowohl den Versicherern als auch Verbrauchern eine Orientierung erleichtern sollen. Aber diese sind unverbindlich – und folglich die Verträge sehr verschieden ausgestaltet. Hier hilft ein Beratungsgespräch, den richtigen Schutz zu finden.

Verbraucherschutz – neue IDD-Bestimmungen werden wirksam

Zum ersten Oktober sind einige Neuregelungen wirksam geworden, die das IDD-Umsetzungsgesetz nach der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD – Richtlinie (EU) 2016/97 vorschreibt. Das klingt kompliziert, ist vom Prinzip her aber ganz einfach.

Dieses Gesetz soll strenger regeln, was im Versicherungsvertrieb künftig erlaubt sein wird und was nicht. In Deutschland ist das Gesetz bereits im Februar 2018 in Kraft getreten – einige Änderungen wurden aber erst zu Beginn des Monats wirksam.

Mehr Transparenz bei Lebensversicherungen: Standmitteilung muss besser informieren

Die jährliche Standmitteilung von Lebensversicherungen laut § 155 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) muss seit letzter Woche transparenter über die Überschussbeteiligung informieren. Wie viel Geld würde dem Versicherten zustehen, würde er seine Lebensversicherung aktuell kündigen? Wie viel Geld würde ihm bei Vertragsablauf zustehen, würde er seine Police beitragsfrei stellen? Und welche Überschussanteile stehen dem Kunden gemäß Gesetz verpflichtend zu, welche werden – abhängig vom Kapitalmarkt – freiwillig gezahlt?

Neu ist zum Beispiel, dass der Versicherer nun auch den Rückkaufswert der Lebensversicherung ausweisen muss: also wie viel Geld dem Versicherten zusteht, wenn er den Vertrag aktuell kündigen würde. Ebenfalls muss die Mitteilung nun beinhalten, wie viel der Sparer bei Vertragsablauf erhalten würde, wenn er seine Police beitragsfrei stellt und fortan keine Prämien mehr zahlt. Auch stellt die Neufassung klar, dass der Versicherer bezüglich der Überschussbeteiligung mitteilen muss, „inwieweit diese … garantiert ist“. Was es weiterhin bezüglich der dortigen Informationen zu beachten gibt, klärt ein Beratungsgespräch.

Mehr Transparenz bei Restschuldversicherungen

Verbesserte Informationspflichten gelten nun auch für Restschuldversicherungen, mit denen Kreditnehmer sich und ihre Angehörigen für die Rückzahlung eines Kredites absichern. Kreditgeber müssen darüber informieren, dass Kredite auch ohne Restschuldversicherung abgeschlossen werden können. Hier hatten einige Banken suggeriert, solche Zusatzversicherungen seien Pflicht, wenn ein Kunde einen Kredit abfragt. Die neuen Regeln sollen die Bankkunden auch dazu bringen, kritischer darüber zu reflektieren, ob sie sich einen Kredit überhaupt leisten können – oder ob sie damit auf Dauer finanziell überfordert sein werden.

Zudem stärkt das IDD-Umsetzungsgesetz die Rechtsstellung der versicherten Person bei solchen Restschuld-Policen. Heimtückisch: bisher war oft nicht der Kunde selbst Versicherungsnehmer des Vertrages. Sondern eine Bank oder ein Kreditinstitut, die diese Policen oft als Gruppenverträge abgeschlossen haben. Das erschwerte es deutlich, Rechtsansprüche gegen den Versicherer durchzusetzen, etwa wenn Beratungs- und Informationspflichten mutmaßlich verletzt wurden. Der Kunde hatte dann schlicht keine Handhabe. Nun werden die Privatpersonen, die einen solchen Vertrag abschließen, als Vertragspartner definiert.

Doch das sind nur zwei Neuregelungen im Zuge des IDD-Umsetzungsgesetzes. Es sieht unter anderem auch erweiterte Beratungspflichten für sogenannte Versicherungsanlageprodukte vor – Policen also, die Versicherungsschutz mit Altersvorsorge und Geldanlage verbinden. Wer Fragen dazu hat, kann seinen Vermittler oder Berater hierauf ansprechen. Versicherungsmakler Forchheim

Versicherer zahlen im Schnitt 840 Euro für einen Blitzschaden

Im Jahr 2017 haben die Versicherer 300.000 Schadenmeldungen infolge von Blitzen erhalten, so berichtet aktuell die Versicherungswirtschaft. Und die Kosten je einzelnem Schaden sind unvermindert hoch: 840 Euro kostete ein solcher Schaden im Schnitt. Schuld daran sind auch neue technische Geräte, die im Haushalt zum Einsatz kommen.

Es ist eine stolze Summe: Für 300.000 Blitzschäden mussten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer im letzten Jahr zahlen. Der Gesamtschaden bezifferte sich auf 250 Millionen Euro. Das berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Montag. Dabei war die Zahl der gemeldeten Schäden sogar rückläufig. Im Jahr zuvor wurden noch 20.000 Blitzeinschläge mehr gezählt.

Die Kosten für den einzelnen Schaden bleiben ungemindert hoch. Im Schnitt 840 Euro mussten die Versicherer zahlen, wenn der Blitz einschlug. Dabei sind es nicht nur die Kosten für Blitzeinschläge selbst. Weit häufiger müssen die Versicherer für Überspannungsschäden aufkommen. Das ist immer dann der Fall, wenn der Blitz nicht direkt in ein Gerät einschlägt, sondern sich eine zu hohe Spannung über das Stromnetz ausbreitet und Defekte verursacht.

Folglich sollten auch Überspannungsschäden in der Hausratversicherung inkludiert sein. Hier lohnt ein Blick in die konkreten Vertragsklauseln. Nur wenn explizit vertraglich zugesichert ist, dass der Schutz auch für derartige Kosten gilt, kommt der Versicherer dafür auf. Auch Folgekosten von Blitzschäden sollten abgesichert sein: etwa, wenn durch den Überstrom ein Kabel durchschmort und dabei der Teppich Feuer fängt.

Grund für die recht hohen Kosten pro Schaden ist nicht nur, dass zunehmend teure Geräte in den Wohnungen der Bürger stehen. Es kommt auch zusätzlich neue Technik zum Einsatz, die durch Blitze kaputtgehen kann. Beispiel Smart-Home-Technik: Viele Bürger haben Heizungen oder Jalousien, die sich elektronisch von außerhalb der eigenen vier Wände steuern lassen, ganz bequem per Smartphone. Entsprechend kostenintensiv sind aber auch Schäden an derartig vernetzten Geräten – im Zweifel werden mehre teure Geräte in Mitleidenschaft gezogen. Dann beziffert sich der Schaden schnell auf mehrere tausend Euro.

BU-Schutz auch für Büroarbeiter wichtig

Am Montag hat das Analysehaus Morgen & Morgen erneut frische Zahlen zur Berufsunfähigkeitsversicherung vorgestellt. Dabei zeigt sich, dass psychische Krankheiten weiterhin wichtigste Ursache dafür sind, dass Menschen ihren Job vorzeitig aufgeben müssen. Der Anteil der BU-Fälle wegen psychischer Probleme ist sogar leicht angestiegen.

Psyche bleibt wichtigste Ursache für Berufsunfähigkeit

Beinahe jede dritte private Berufsunfähigkeits-Rente (31,52 Prozent) wird aktuell erstmals ausgezahlt, weil eine psychische Störung den Beschäftigten aus der Bahn warf. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Analysehauses Morgen & Morgen. Damit bleibt die Psyche wichtigste Ursache für ein vorzeitiges Aus im Beruf. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil sogar leicht um 0,2 Prozentpunkte angestiegen.

Die Studie bestätigt erneut, dass immer mehr Fälle von Berufsunfähigkeit aufgrund seelischer Leiden auftreten. Ursache hierfür ist auch, dass solche Krankheiten mittlerweile mehr akzeptiert sind und die Betroffenen nicht mehr Stigmatisierung fürchten müssen. Die Bereitschaft, hier professionelle Hilfe zu suchen, ist größer geworden.

Diese Tendenz verdeutlicht auch der Blick auf den Langzeit-Trend: Noch vor zehn Jahren war die Psyche nur für zwanzig Prozent aller neuen Renten verantwortlich. „Dies zeigt klar, dass das Thema Psyche mittlerweile als Krankheit anerkannt ist und vielfach auftritt“, kommentiert Peter Schneider, BU-Experte und Geschäftsführer des Analysehauses.

BU-Schutz auch für Büroarbeiter wichtig

Welche Gründe führen noch zum Ausscheiden aus dem Berufsleben? Zweithäufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind die Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die sich für 21,02 Prozent aller Fälle verantwortlich zeigen. Hier sind Krankheiten wie Rückenleiden, Arthrose oder auch Gelenkverschleiß eingerechnet. „Sonstige Erkrankungen“ folgen auf Rang drei mit 15,66 Prozent, zum Beispiel Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten.

Auf Rang vier landen mit 15,48 Prozent aller Neurenten der Krebs und andere bösartige Geschwülste. Danach folgen Unfälle (8,98 Prozent) und Erkrankungen des Herzens und Gefäßsystems (7,34 Prozent) auf den Plätzen.

Die Daten zeigen erneut, dass nicht nur Beschäftigte mit einer schweren körperlichen Tätigkeit eine Berufsunfähigkeits-Police abschließen sollten. De facto kann es jeden treffen, auch wenn man nur im Büro arbeitet. Hier hilft ein Beratungsgespräch, den passenden Vertrag zu finden!

Gesetzliche Unfallversicherung – Schon eine Raucherpause kostet Arbeitsschutz

Wer sich auf Arbeit befindet oder auf den Weg dorthin, der ist in der Regel auch durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Was aber viele Arbeitnehmer nicht wissen: Schon in der Raucherpause oder auf dem Weg dorthin erlischt der Schutz. Denn die Zigarette zwischendurch hat mit der eigentlichen Arbeit nichts zu tun.

Mehr als eine Million meldepflichtige Arbeits- und Wegeunfälle ereignen sich jedes Jahr laut Statistiken der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Gut also, dass man auf Arbeit gegen derartige Unfälle abgesichert ist. Knapp 19.000 dieser Zwischenfälle endeten für den Versicherten derart tragisch, dass er 2016 erstmals eine Rente erhielt – neuere Zahlen liegen nicht vor.

Was viele Beschäftigte aber nicht wissen: der gesetzliche Schutz hat gefährliche Lücken. Schon der Gang zur Zigarettenpause führt dazu, dass der Rentenversicherungsträger nicht zahlen muss, wenn sich in der Pause oder auf dem Weg dorthin ein Unfall ereignet. Dies haben mehrere Urteile gezeigt – unter anderem ein Richterspruch des Sozialgerichts in Karlsruhe aus dem Jahr 2015 (Aktenzeichen S 4 U 1189/15).

Raucherpause „rein private Angelegenheit“

Im verhandelten Rechtsstreit hatte eine Facharbeiterin eine Viertel Stunde vor der regulären Pause ihren Arbeitsplatz in einer Lagerhalle verlassen, als ihr ein Gabelstapler über den Fuß fuhr. Ein komplizierter Bruch war die Folge. Die Frau wollte das Missgeschick als Arbeitsunfall geltend machen – dabei machte die Frau widersprüchliche Angaben. Zunächst sagte sie, sie habe sich nach draußen begeben wollen, um eine Zigarette zu rauchen: So stand es letztendlich auch in der Unfallmeldung ihres Arbeitgebers. Später korrigierte sie sich und behauptete, sie habe zur Toilette gehen wollen.

Die Karlsruher Richter kamen in ihrer Urteilsbegründung zu dem Schluß, dass der Weg zur Toilette sehr wohl einen Arbeitsunfall bedingt hätte, eine Raucherpause hingegen nicht. Denn das Rauchen habe streng genommen nichts mit der Arbeit zu tun und sei eine rein private Angelegenheit. Folglich muss die Berufsgenossenschaft nicht für die Verletzung einstehen.

Auch Umweg von Arbeit kostet Unfallschutz

Ähnliche Urteile liegen auch vor, wenn ein Beschäftigter von der Arbeit nicht den direkten Weg nach Hause wählte, sondern einen Umweg einschlug – etwa, um noch schnell einzukaufen. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Wer sein Kind auf einem Umweg zur Arbeit in den Kindergarten bringt, ist im Falle eines Unfalls durch die BGU abgesichert. Wird das Kind jedoch zur Oma gebracht, besteht bei einem Unfall kein Leistungsanspruch gegen die Berufsgenossenschaft.

Deshalb ist es besser, zusätzlich eine private Unfallversicherung abzuschließen, um auch in solchen Situationen geschützt zu sein. Sie zahlt in der Regel unabhängig davon, wann und wo sich der Unfall ereignet hat. Zusätzlich kann sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlen, um sich für den Fall abzusichern, dass es im Beruf gar nicht mehr weitergeht. Ein Beratungsgespräch schafft Aufklärung!

PKV-Ombudsmann – wenn sie Ärger mit ihrem privaten Krankenversicherer haben

Der PKV-Ombudsmann ist eine Schlichtungsstelle, an die sich Verbraucher wenden können, wenn sie Ärger mit ihrem privaten Krankenversicherer haben.

Vor wenigen Tagen haben die Streitschlichter ihren Jahresbericht für 2017 vorgelegt. Das Fazit: Die Zahl der Beschwerden ist zwar gestiegen, aber noch immer verschwindend gering.

Wer Ärger mit seinem privaten Kranken- oder Pflegeversicherer hat, der kann sich an den PKV-Ombudsmann wenden. Dieser heißt Heinz Lanfermann und leitet eine unabhängige Schlichtungsstelle, die auch von der Bundesregierung anerkannt ist. Reicht ein Verbraucher eine Beschwerde ein, prüft die Schlichtungsstelle schnell und kostenlos die Ansprüche. Wer mit dem Schlichtungsspruch unzufrieden ist, kann hinterher immer noch klagen, denn die Ansprüche verjähren nicht.

Letzte Woche hat der PKV-Ombudsmann seinen Tätigkeitsbericht 2017 vorgestellt. Und es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Erneut ist die Zahl der Beschwerden um circa 10 Prozent angestiegen, so dass den Ombudsmann 6.708 Anträge erreichten.

Doch die gute Nachricht ist, dass die Mehrheit der privat Krankenversicherten mit ihrem Versicherer zufrieden ist. Denn man muss die steigende Zahl an Beschwerden ins Verhältnis zur Gesamtzahl aller bestehenden PKV-Verträge setzen. Mehr als 43 Millionen Verträge in der Krankenvoll-, Pflege- und Zusatzversicherung haben die Bundesbürger abgeschlossen. Das macht eine magere Beschwerdequote von 0,015 Prozent!

Die Beschwerden kann der Ombudsmann in der Regel sehr schnell bearbeiten. Ganze 19,5 Wochen dauert es im Schnitt, bis ein Schlichtungsspruch ergeht. Dies muss ebenfalls ins Verhältnis gesetzt werden, und zwar zu einem „richtigen“ Rechtsstreit. Wird dieser über mehrere Gerichtsinstanzen durchgefochten, verschlingt er viel Zeit, Energie und in der Regel auch Geld. Oft nimmt ein Rechtsstreit mehrere Jahre in Anspruch.

Es lohnt sich also, wenn unzufriedene PKV-Versicherte zunächst den Ombudsmann anschreiben. Etwas mehr als jeden vierten Streit konnte er zur Zufriedenheit von beiden Parteien beilegen. Und wie gesagt: Wer später dennoch klagen will, geht kein Risiko ein, weil die Verjährung während des Schlichtungsverfahrens eben gehemmt ist. Eine Beschwerde kann schriftlich eingereicht werden oder auch per Online-Formular. Mehr Details gibt es auf pkv-ombudsmann.de.

Jahresmeldungen zur Sozialversicherung überprüfen!

Bis zum April erhalten Arbeitnehmer die Jahresmeldungen der Sozialversicherungen aus dem Vorjahr. Hier wird unter anderem aufgeführt, welche Rentenbeiträge man in die Rentenkasse eingezahlt hat. Es ist wichtig, diese Dokumente auf Fehler zu überprüfen: sonst drohen Einbußen bei der Rente.

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Bundesbürger noch immer die wichtigste Stütze der Altersvorsorge. Knapp 54 Millionen Menschen zahlen hier Beiträge ein, sogenannte Versicherte ohne Rentenbezug, um später abgesichert zu sein. Kein Wunder, sind doch grundsätzlich alle Arbeitnehmer, Azubis und Eltern während der Kindererziehung pflichtversichert.

Damit Versicherte die Rente später in voller Höhe erhalten, sollten sie jedoch auch regelmäßig kontrollieren, ob alle Daten korrekt gemeldet wurden. Und hierfür bieten sich die jährlich versendeten Jahresmeldungen zur Sozialversicherung an. Diese Jahresmeldungen müssen bis spätestens Ende April an die Arbeitnehmer versendet werden. Und definitiv ist es ein Fehler, die Dokumente einfach wegzulegen oder abzuheften, ohne vorher einen Blick darauf geworfen zu haben.

Denn fehlerhafte Angaben können sich später negativ auf die Rentenhöhe auswirken, wie aktuell die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) auf ihrer Webseite informiert. Deshalb sollten mindestens folgende Angaben gecheckt werden: Name, Versicherungsnummer, Beschäftigungsdauer und Bruttoverdienst. Wer Fehler entdeckt, sollte sich mit seinem Arbeitgeber in Verbindung setzen und diese Angaben berichtigen lassen.

Auch sollten die Jahresmeldungen gut aufgehoben werden: Sie dienen später als Nachweis für die gezahlten Rentenbeiträge. Darüber hinaus empfiehlt es sich, zusätzlich eine private und/oder betriebliche Altersvorsorge abzuschließen: Schon wer ein mittleres Bruttoeinkommen hat, muss später eine Rentenlücke und Altersarmut fürchten, so haben mehrere Studien gezeigt. Der Gesetzgeber hat in diesem Jahr Reformen in Kraft gesetzt, dass sich zusätzliche Altersvorsorge auch für Geringverdiener mehr rentiert. Unter anderem wurde ein neuer Freibetrag eingeführt, wenn Ruheständler später auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Hier schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung – Versicherungsmakler Erlangen Forchheim Bamberg Nürnberg

Vermögenswirksame Leistungen – Viele Arbeitnehmer verschenken Potential

Millionen Deutsche nutzen vermögenswirksame Leistungen nicht, obwohl sie eigentlich Anspruch darauf hätten. In der Summe lassen sie sich so 1,6 Milliarden an staatlicher Förderung entgehen. Oft werden Verträge gar nicht oder falsch abgeschlossen.

Wer in Deutschland eine zusätzliche Vorsorge aufbauen will, kann dies auch mit Hilfe sogenannter vermögenswirksamer Leistungen nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz tun. Ein entsprechender Anspruch ist oft im Tarifvertrag, dem Arbeitsvertrag oder der Betriebsvereinbarung geregelt. Und das kann durchaus attraktiv sein, weil der Staat den Vermögensaufbau fördert.

Pro Jahr 1,6 Milliarden Euro nicht abgerufen

Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass rund ein Drittel aller Arbeitnehmer die vermögenswirksamen Leistungen nicht in Anspruch nimmt, obwohl diese Beschäftigten eigentlich Anspruch darauf hätten. Aktuell sorgen demnach 13 Millionen Menschen mit einem entsprechenden Vertrag vor, während 7 Millionen Anspruchsberechtigte darauf verzichten. Darauf macht in einer aktuellen Pressemeldung die Zeitschrift „Finanztest“ aufmerksam. Pro Jahr gehen den Abstinenzlern damit 1,6 Milliarden Euro an Förderung verloren.

Grundsätzlich kann jeder Arbeitnehmer einen solchen Vertrag abschließen und somit von der staatlichen Förderung profitieren. Bedingung ist allerdings, dass sie in eine geeignete Anlageform fließen. Dazu gehören unter anderem Fondssparpläne und Bausparpläne. Wer in gute Fonds investiert, darf durchaus auch auf hohe Renditen hoffen. Um ein geeignetes Anlageprodukt zu finden, empfiehlt sich ein Beratungsgespräch – hier kommt es auch darauf an, in welchem Verhältnis der Sparer Risiko und Sicherheit gewichtet und welche Sparziele er verfolgt.

VL lassen sich nach Arbeitgeberwechsel weiterführen

Attraktiv können vermögenswirksame Leistungen darüber hinaus sein, weil viele Firmen ganz oder teilweise die Beiträge übernehmen – mit Zuschüssen von bis zu 480 Euro im Jahr, abhängig vom Arbeits- und Tarifvertrag. Wer seinen Job wechselt, kann den Vertrag dennoch weiterführen: Selbst dann, wenn der neue Arbeitgeber keine Zuschüsse gewährt. Der neue Chef ist verpflichtet, die Prämien aus dem Gehalt des Beschäftigten weiter an den VL-Anbieter zu überweisen. Das ist vor allem interessant, wenn man sich die staatlichen Sparzulagen sichern will: Diese würden bei vorzeitiger Kündigung verfallen.

Bei der staatlichen Sparzulage gibt es allerdings Einkommensgrenzen zu beachten. Bei Aktienfonds liegt diese Einkommensgrenze für Alleinstehende derzeit bei 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Verheiratete. Wer darunter liegt, kann sich eine 20prozentige Arbeitnehmersparzulage sichern. Von der Förderung ausgeschlossen sind jedoch Renten- und Immobilienfonds.

Auch beim Bausparen gibt es eine Obergrenze für die Förderung: Aktuell 17.900 Euro für Ledige und 25.800 Euro für Verheiratete. Hier schießt der Staat maximal jährlich neun Prozent von dem Höchstförderbetrag zu. Maßgeblich für die Förderung ist das zu versteuernde Jahreseinkommen des Sparers.

Neujahr – Update Versicherungsschutz ist sinnvoll

Ein Jahreswechsel kann Anlass sein, den aktuellen Status der Versicherungen zu überprüfen. Denn unter Umständen müssen diese angepasst werden: nicht nur, wenn eine neue Lebenssituation eingetreten ist, sondern mitunter sogar bei kleinen Änderungen.

Zum Neujahr setzen sich viele Menschen neue Ziele und ziehen Bilanz, was sich in den vergangenen zwölf Monaten so ereignet hat. Die guten Vorsätze sollten dabei auch das Thema Versicherung nicht aussparen. Denn Änderungsbedarf besteht unter Umständen auch beim Versicherungsschutz, wenn sich im Leben etwas ändert oder bereits geändert hat.

Beispiel private Altersvorsorge:

Zum Ende des Jahres empfiehlt es sich zu überprüfen, ob man als Riester-Sparer auch tatsächlich alle Zuschläge erhält. Um voll förderfähig zu sein, müssen Sparer jedes Jahr mindestens vier Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen: abzüglich der Zulagen. Auch muss ein „Antrag zur Altersvorsorgezulage“ beim Versicherer gestellt werden, sofern kein Dauerzulagenantrag beantragt wurde.

Versicherer können die Zulagen eines Jahres bis zum Ende des übernächsten Jahres einfordern: für 2017 also bis Ende 2019. Eine Elternzeit ermöglicht es hingegen, die Einzahlung in den Vertrag auf einen Sockelbeitrag zu reduzieren. Hier empfiehlt sich ein Beratungsgespräch!

Doch nicht nur bei Riester lohnt es sich, die Angemessenheit des Versicherungsschutzes zu checken.

Beispiel Hausratversicherung:

Hat eine Familie sich neue Wertgegenstände für die Wohnung gekauft oder eine teure Einrichtung, muss unter Umständen der Schutz erhöht werden. So ist zum Beispiel für Schmuck und Uhren, die außerhalb eines Safes aufbewahrt werden, die Deckungssumme in vielen Policen beschränkt. Und wer ein Grundstück kauft oder gar selbst einen Hausbau plant, hat natürlich auch neue Risiken. Unter Umständen muss dann eine Grundstücks- oder Bauherrenhaftpflicht eingeplant werden.

Auch wenn sich die Einkommens-Situation verändert hat, der Chef etwa eine Lohnerhöhung springen ließ oder man sogar selbst auf den Chefsessel befördert wurde, lohnt ein Vertragscheck. Bei Berufsunfähikeits-, Lebens- oder Rentenversicherungen muss unter Umständen die vereinbarte Leistung erhöht werden.

Das ermöglichen die sogenannten Nachversicherungsgarantien in den Verträgen: Sie erlauben es, bei bestimmten Ereignissen wie einem Häuslebau oder einer Heirat den Schutz entsprechend anzupassen.

Neuerungen bei den Betriebsrenten 2018

Augen auf bei den Betriebsrenten! Diese werden ab dem Neujahr besser gefördert. Und gerade kleine und mittlere Unternehmen sollen ab Januar 2018 noch mehr profitieren.

Die Betriebsrente ist in Deutschland eine wichtige Stütze für die Altersvorsorge. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Altersvorsorge soll sie den Bundesbürgern einen auskömmlichen Lebensabend ermöglichen. Doch gerade bei den kleineren Unternehmen mit bis zu 150 Mitarbeitern gibt es hier noch Defizite. Hier profitiert nur etwa jeder vierte Arbeitnehmer von einer entsprechenden Vorsorge.

Dass sich dabei die Betriebsrente als Argument entpuppen kann, um Fachkräfte an das Unternehmen zu binden, zeigt eine Studie von PriceWaterhouseCoopers: zumindest dann, wenn der Arbeitgeber etwas zuschießt. Demnach wäre eine solche Extra-Leistung für 41 Prozent der Befragten ein wichtiger Grund, das Unternehmen nicht zu wechseln. Und auch die Bundesregierung hat die Potentiale erkannt und will ab dem kommenden Jahr die betriebliche Altersvorsorge besser fördern.

Ein wichtiger Baustein: Ab dem kommenden Jahr werden jene Arbeitnehmer unterstützt, die eher eine kleine Lohntüte haben und bis zu 26.400 Euro im Jahr verdienen. Zahlt der Arbeitgeber hier mindestens 240 Euro pro Jahr in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder Direktversicherung, erstattet der Staat eine Förderung von 30 Prozent der Summe und maximal 144 Euro. Diese vom Chef gezahlten Extrabeiträge sind zudem steuerfrei, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) informiert.

Baustein Numero Zwei: Es wird ein neuer Grundfreibetrag eingeführt, wonach die Betriebsrente nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird. Geringverdiener müssen also weniger Sorge haben, dass ihm die Sozialämter die betriebliche Altersvorsorge wieder wegnehmen. Dieser Grundfreibetrag beziffert sich auf 100 Euro monatlich plus zusätzliche dreißig Prozent, die diese 100 Euro Monatsrente übersteigen. Bei einer monatlichen Betriebsrente von 150 Euro werden beispielsweise 115 Euro nicht angerechnet (100 Euro + 30 Prozent von 50 Euro).

Darüber hinaus entsteht zum Jahreswechsel mit dem sogenannten Tarifpartnermodell ein ganz neuer Durchführungsweg der Betriebsrente. Einigen sich die Tarifpartner gemeinsam auf eine Rente, also in der Regel Arbeitgeber und Gewerkschaften, werden die Firmen enthaftet und müssen nicht mehr für die Höhe der Renten garantieren. Aber auch Firmen, die nicht tariflich organisiert sind, können sich einem Modell anschließen.

Was das alles konkret bedeutet, kann ein Beratungsgespräch klären! Aktive Mitarbeiteransprache bindet! Wir unterstützen Sie hierbei: Kontakt zu Wirtschaftsberatung Forchheim – betrieblicher Versorgungssysteme